
JuLis fordern Ende der Profiloberstufe
Schüler werden durch das derzeitige System der Profiloberstufe in ihrer individuellen Entwicklung weiterhin eingeschränkt. Eine Nachbesserung ist dringend geboten
Die Profiloberstufe sollte das gymnasiale Oberstufensystem grundlegend verändern und das alte System, das Kurssystem, ablösen. Jetzt nach einem Jahr, mit dem neuen System, sind die Ergebnisse wie bereits erwartet, ziemlich ernüchternd. Zu Beginn des neuen Schuljahres werden weiterhin viele Schüler aus Schleswig-Holstein mit diesem System ihr Abitur machen müssen. Eine Förderung ihrer individuellen Stärken, sowie ihrer Interessen wird ihnen verwehrt bleiben.
Ende 2005 wurde die Profiloberstufe der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese sollte, so die ehemalige Kultusministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD), “innovative Lehr- und Lernformen, individuelle Förderung sowie die Durchlässigkeit der Bildungsgänge“ ermöglichen. In der Praxis war es an vielen Gymnasien nicht möglich, mehrere Profile anzubieten, so dass die frühere Wahlfreiheit lediglich eingeschränkt worden ist.
„Die Profiloberstufe ist für die Schüler eine Katastrophe. Individualität wird eingeschränkt und Gleichheit erzeugt. Eine Vermutung ist es, dass das Ziel der Erreichung einer größeren Allgemeinbildung lediglich ein vorgeschobener Grund ist, während Kosteneinsparungen hingegen das eigentliche Ziel sind. Die Nachteile des neuen Systems sind aber fatal: Die Klassen sind größer geworden und können daher nicht die Lernatmosphäre bieten, die es in kleineren Kursen geben würde.
Der größte Nachteil am neuen System ist aber, die im Vergleich zum alten System stark eingeschränkte Fächerwahlfreiheit. Beim alten System konnten sich die Schüler die zu belegenden Fächer mit geringen Einschränkungen selber auswählen, beim neuen System ist dies durch die festen Profile nicht mehr möglich. Besonders für kleine Schulen ist das ein Problem, da diese ihren Schülern häufig nur zwei bis drei verschiedene Profile anbieten können.
„Die Jungen Liberalen Schleswig-Holstein haben beim Programmkongress der FDP am 6. September darauf geachtet, dass die Forderung nach einer Auflockerung der starren Profile im Landtagswahlprogramm aufgenommen wird. Schüler werden hiermit auch an kleineren Schulen mehr Wahlmöglichkeiten haben. Es macht kein Sinn, dass ein angehender Kunst- oder Sportstudent gezwungen ist, in Mathe, Deutsch und Englisch seine Abiturklausuren zu schreiben. Vielmehr muss es Spielraum für die Schüler geben, um je nach Fertigkeiten und Interessen die Klausurthemen zu wählen. Nur somit wird eine individuelle Förderung erreicht.“, so der Landesvorsitzende der JuLis Schleswig-Holstein, Patrick Löffel.
Flyer zur Unterschriftenaktion in St. Peter-Ording
Andreas Maack
für die Jungen Liberalen NF:
Als Schüler des guten, alten Kurssystems, der letzte Jahrgang in Schleswig-Holstein, tun mir die Schüler des jetzigen 11. Jahrgangs ziemlich Leid, denn letztendlich sind sie nichts anderes als Versuchskaninchen des Kultusministeriums. Man kann da nur froh sein, dass man selber noch das alte System miterleben darf.
Das neue System, das Profilsystem ist eindeutig ein Rückschritt.
Der Hauptkritikpunkt an dem neuen System ist nach Sicht der JuLis NF, dass die Schüler schlicht und einfach bevormundet werden. Man lässt ihnen keine Wahl bei den Fächern und so muss ein Schüler mehr oder weniger das an Kursen belegen, was kommt.
Den Schülern wird die Möglichkeit genommen sich zu spezialisieren, zudem mit erheblicher Mehrbelastung, sprich eindeutig mehr Stundenzahlen und größeren Kursen auf letztendlich Grundkursniveau.
Das bereitet den Schülern natürlich unnötig erheblichen Stress „und schränkt uns in unserer Freizeitgestaltung katastrophal ein“, wie ein Schüler des jetzigen 11. Jahrgangs berichtet.
Auch wenn es oft heißt, dass das neue System den Schülerinnen und Schüler ein breiteres Bildungsspektrum ermöglichen soll. Die wahren Gründe sind doch offensichtlich Einsparmaßnahmen des Staates.
Und nun müssen wir Schüler dafür hinhalten. Während für marode Banken innerhalb weniger Stunden Millionen von Euro locker gemacht werden, wird an der Zukunft dieses Landes und das sind nun mal eben wir, gespart.
Die Regierung sollte sich überlegen, ob sie es sich tatsächlich erlauben kann, die Steuereinnahmen in Schrottautos zu verpulvern, anstatt in die Zukunft, in uns, zu investieren.
Die Profiloberstufe ist nur die Spitze des Eisbergs, wir Junge Liberale und die FDP NF fordern, dass diese Einsparmaßnahmen auf Kosten der zukünftigen Generationen aufhören!
Andreas Maack
Kreisvorsitzender JuLis NF, Schüler der Stufe 13
andreas.maack[at]julis.de





